IN HOC SIGNO VINCES! Buchpräsentation

01. Dezember. 2014 / 14:00

Gregor Gatscher-Riedl, IN HOC SIGNO VINCES   Zwischen religiösem Mythos und politischem Anspruch von Byzanz nach Neapel. Die Geschichte des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg.   Herausgegeben von Birol Kilic. Mit Vorworten S.K.u.K.H. Simeon von Habsburg-Lothringen und des Verlegers Dipl.-Ing. Birol Kilic.

Neue Welt Verlag, Wien

Hardcover, ca. 206 Seiten, 49 zumeist farbige Abb.

ISBN 978-3-9503061-2-5

Preis: EUR 29,90

Gemeinsam mit dem bekannten Souveränen Malteser Ritterorden ist der Konstantinische Georgsorden die einzige ritterliche katholische Ordensgemeinschaft, die den Status der päpstlichen Anerkennung und Bestätigung bis in unsere Zeit bewahren konnte. Als päpstlicher Orden ist er eine Gemeinschaft des Gebets, der Spiritualität und der Aktion, dem katholische Laien beiderlei Geschlechts sowie Geistliche angehören. Zu den berühmtesten Mitgliedern gehören Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli), die Könige von Neapel-Sizilien und spanische Prinzen. Der Ordensauftrag besteht in der Stärkung des christlichen Lebens seiner Mitglieder, wobei sich die Ritter und Damen des Ordens offen zu Papst und Kirche bekennen.

Vor 1.700 Jahren läutete eine himmlische Vision eine neue Epoche ein. Die Vision des Christusmonogramms X und P bzw. des Kreuzes und die Worte „In hoc signo vinces!“ (In diesem Zeichen wirst du siegen!) führten Kaiser Konstantin I. zum Sieg an der Milvischen Brücke (312 n. Chr.) in der Nähe von Rom gegen seinen Widersacher Maxentius. Die „Konstantinische Wende“ bewirkte das sogenannte Edikt von Mailand im Jahre 313, mit dem das Christentum im gesamten Römischen Reich religiöse Freiheit erhielt. Unter Kaiser Theodosius I. wurde schließlich 380 n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion erklärt.

Dieser mythische Moment der Kreuzesvision im Jahre 310 spielt bis heute eine große Rolle im Selbstverständnis des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg, der als päpstlich approbierte Gemeinschaft und durch seine Verbindungen mit den Dynastien Farnese, Bourbon und Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen auch stets Gegenstand der gesamteuropäischen Politik war.

Die konstantinische Tradition erhebt den Anspruch, in der direkten Kontinuität der Kaiser von Byzanz zu stehen. Tatsächlich entstand der Orden aber weder in Rom noch im heutigen Istanbul, sondern verdankt seine Entstehung der Expansion des Osmanischen Reichs unter Sultan Mehmed II. im 15. Jahrhundert. Die Sultane führten den Titel der „türkischen, Asiae und Graeciae Kaiser“, sahen sich also ihrerseits wiederum in der Tradition des Oströmischen Reiches. Der Ritterorden selbst ist mit der sagenumwobenen, mächtigen Fürstenfamilie de Angeli verwurzelt, die sich nach der osmanischen Eroberung Albaniens in der Markusrepublik Venedig niederließ. Paolo Angheli wurde Erzbischof von Durazzo (möglicherweise auch Kardinal) und betrieb regen Schriftverkehr mit den Päpsten Nikolaus V., Calixtus III., Pius II. und Paul II. Er war der intellektuelle und militärische Anführer der albanischen Kirche gegen Sultan Mehmed II.

In der Geschichte des Konstantinischen Georgsordens verschwimmen historische, quellenbasierte Fakten und überlieferte, mit Pathos vertretene Traditionen zu einem uneinheitlichen Bild.

Dr. Gregor Gatscher-Riedl, der den Orden von innen kennt und über bisher unveröffentlichte Hintergrundinformationen verfügt, hat daher in akribischer Kleinarbeit alle bisher erschienenen Dokumente, Monographien und Aufsätze zusammengetragen und eine spannende Chronik dieses faszinierenden „ältesten Ordens der Christenheit“ erstellt, welche auch für Laien leicht lesbar und verständlich ist. Mit dem Quellenteil ist diese Ordensgeschichte eine unentbehrliche Grundlage für weitere Forschungen.

Zahlreiche, teilweise noch nie veröffentlichte Farbabbildungen (Stiche und Gemälde, Ordensklassen der beiden Oboedienzen, Ordenszeremonien) illustrieren den Band, der auch für Phaleristiker, Heraldiker, Numismatiker und Militaria-Sammler von Interesse ist. Ein besonderer Teil beschäftigt sich mit den „falschen konstantinischen Orden“ und zieht damit eine klare Trennlinie zum vom Vatikan anerkannten Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg. Im Anhang findet sich eine Namensliste der Großmeister, der Großprioren und Kardinal-Protektoren des Konstantinischen Ordens von den Anfängen bis heute. Eine Statistik der Ordensmitglieder von 1699 bis 1960, das umfangreiche Personenregister, ein weiterführender Fußnotenapparat und nützliche Internet-Verweise runden den Band ab.

Über den Autor

Gregor Gatscher-Riedl, Mag. phil. Dr. phil., PhDr., Studi­um an den Universitäten Wien und Nitra (Slowakei). Mitarbeit im Archiv der Stadt Linz, beim Institut Österreichisches Bio­graphisches Lexikon der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, seit 1999 im Archiv der Marktgemeinde Perchtoldsdorf, 2011 Theodor-Körner-Preis für Wissen­schaft und Kunst. Forschungsschwerpunkte: Regional- und Lokalgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der habsburgisch-osmanischen Kriege, Studenten­geschichte, Kirchengeschichte, Wappen- und Ordenskunde. Gatscher-Riedl ist Verdienstritter des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg, Mitglied der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft „Adler“ in Wien sowie der Orders and Medals Society of America.

Liefertermin voraussichtlich ab Ende Oktober 2012.

Der Band kann ab sofort subskribiert werden!

 

Inhalt

Einleitung

„In hoc signo vinces“ – Eine Legende aus dem Dunst des Tibers

Das Labarum als Blaupause der Ordenssymbolik

Die Großmeisterfamilie Angeli – „Albanesen-Häuptlinge“ kaiserlicher Abkunft?

Der Orden in Venedig

Die Päpste nehmen von der Konstantinischen Idee Notiz

Kontinuum der Ordensgeschichte – Die Erblichkeit der Großmeisterwürde

Der Niedergang und das Aussterben der Angeli

Der Übergang der Großmeisterwürde an Herzog Franz I. Farnese von Parma

Weichenstellungen für die Zukunft: Das Breve Innozenz’ XII., das Diplom Kaiser Leopolds I., die Farnesischen Statuten und die Bulle Clemens’ XI.

Militärische Auseinandersetzungen in der Adria

Ein falscher und ein neuer Großmeister

Die Übersiedlung des Ordens nach Neapel

Thronwechsel in Neapel

Der Orden überlebt trotz Revolution und Thronverlust

Verselbständigung der Parmesischen Ordensritter

Der Orden in der bourbonischen Restauration in Neapel

Schlaglichter aus dem Ordensleben

Der Orden unter der Großmeisterschaft König Ferdinands II.

Il mio onore non è in vendita Der Orden im Exil nach der Einigung Italiens

Ad fontes – Der Orden findet zu seinen Wurzeln zurück

Das Projekt der Ordensbasilika S. Croce in Via Flaminia

Die geistlichen Mitglieder des Konstantinischen Ordens – Bekleidung und Wappenbrauch

Verfassung und Regelung des inneren Ordenslebens

Soziales Engagement in der Kriegs- und Nachkriegszeit

Die Spaltung des Ordens in zwei Oboedienzen 1960

Die Aktivitäten des spanischen Ordenszweiges seit der Spaltung

Die franko-neapolitanische Oboedienz seit der Spaltung

Zusammenfassung

Epilog – Nicht alles was glänzt, ist Gold

Die Großmeister des Konstantinischen Ordens

Die Großprioren und Kardinal-Protektoren des Konstantinischen Ordens

Literatur und Quellen

Siglen und Abkürzungen

Inhaltsverzeichnis

 

In hoc signo vinces

Zwischen religiösem Mythos und politischem Anspruch von Byzanz nach Neapel

Die Geschichte des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg


206 Seiten  
Preis: 29,90 Euro

ISBN 978-3-9503061-2-5

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